Das sollten Tierhalter beachten

Krallen schneiden beim Hund hat weniger mit der Schönheitspflege zu tun, sondern ist wichtig für die Gesundheit des Tieres. Zu lange Krallen können nämlich gleich zu mehren Problemen führen. Damit das nicht passiert, sollten Hundebesitzer die Pfoten ihres Vierbeiners immer im Blick behalten und wissen, worauf es beim Krallenschneiden ankommt.

Folgen von zu langen Krallen bei Hunden

Zu lange Krallen behindern den Hund beim Laufen. Die Berührung der Krallen mit dem Untergrund kann für den Hund schmerzhaft sein. Um diese zu vermeiden, nimmt der Hund automatisch eine Schiefhaltung der Pfoten ein, was zu Haltungsschäden führen kann.

Ein weiteres Problem zu langer Krallen ist die Gefahr, dass sich der Hund selbst damit verletzt, wenn er sich kratzt. Das Kratzen mit den Hinterpfoten an Kopf und Schultern gehört jedoch zur täglichen Fellpflege bei Hunden, sodass eine Verletzung schnell passieren kann.

Wie die Finger- oder Zehennägel beim Menschen, können auch die Hundekrallen einwachsen, was zu schmerzhaften Entzündungen führt. Je weiter die Krallen wachsen, umso schmerzhafter wird das Schneiden. Das liegt daran, dass der durchblutete Teil der Kralle, das sogenannte Leben, dann immer weiter nach vorne wandert. Daher sollte man die Krallenpflege ernst nehmen und die Krallen beim Hund regelmäßig schneiden. Ein guter Hinweis, dass die Krallen zu lang sind, ist, wenn sie den Boden berühren. Das kann man besonders gut erkennen, wenn der Hund beim Laufen auf Holzboden „klickert“. Bei der richtigen Länge sollten die Krallen kurz vor Bodenberührung stehen und somit keine Geräusche verursachen.

Tipps zum Krallen schneiden beim Hund: So geht’s

  • Ihr Liebling sollte vor allem entspannt sein und auf dem Boden liegen oder sitzen. Die Hundepfote wird nun mit der Hand sicher aber nicht zu fest umschlossen, damit der Hund diese nicht ruckartig zurückziehen kann. Das kann nämlich zu Verletzungen der Pfote führen.
  • Bei weißer Hornfarbe ist das rosafarbene oder weiße Leben gut zu erkennen, bei dunklen Krallen kann eine Taschenlampe helfen. Die Krallenzange sollte etwa im Abstand von einem Millimeter zum Leben angesetzt werden. Dann wird die Kralle entsprechend abgeknipst. Um das Leben nicht zu verletzen und dem Hund nicht wehzutun, arbeitet man sich am besten Stückweise nach vorn. So kann man sichergehen, dass man nicht zu viel von der Kralle wegschneidet.
  • Auch ist es wichtig, niemals schräg zu schneiden, da auch das zu einer falschen Haltung führen kann. Krallen daher immer gerade abschneiden.
  • Anschließend sollte nachgefeilt werden, um möglichen Einrissen oder Splitterungen vorzubeugen.  Hier ist es wichtig, die Feile immer nur in eine Richtung zu bewegen, damit die Hornstruktur der Kralle nicht unnötig aufgeraut wird.
  • Jetzt kommt die Belohnung: Wird der Vierbeiner nach der Prozedur mit einem Leckerli belohnt, lässt er sich beim nächsten Mal wieder darauf ein und hat somit wenig Stress beim Krallenschneiden.
  • Hat man aus Versehen zu viel abgeknipst, blutet die Kralle. Das sollte nicht passieren, ist aber auch nicht weiter dramatisch, wenn man die Wunde anschließend versorgt und beobachtet. Nachdem die Blutung gestoppt hat, muss diese desinfiziert und mit einem Pflaster abgedeckt werden, um sie vor Dreck zu schützen. Sollte sich die Kralle entzünden, heißt es „ab zum Tierarzt“.

Krallen schneiden: Mit welcher Schere klappt am besten?

Für das Kürzen der Krallen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Neben den üblichen Krallenzangen und Nagelzangen werden auch Schleifgeräte eingesetzt. Diese feilen die Kralle relativ schonend ab und die Verletzungsgefahr ist eher gering. Hier ist es allerdings wichtig, dass der Hund vorher an das Schleifgeräusch gewöhnt wird. Niemals sollten Krallen mit einer gewöhnlichen Schere oder einem Nagelknipser für Menschen gekürzt werden. Diese sind in der Regel zu stumpf und sorgen oft dafür, dass die Krallen splittern und sich Risse bilden, die anfällig für Entzündungen durch Bakterien sind.
Wer sich das Krallenschneiden nicht selbst zutraut, kann die Hunde-Pediküre auch beim Tierarzt oder im Hundesalon durchführen lassen und da ganz genau hinschauen, wie es richtig geht. Vielleicht traut man sich dann beim nächsten Mal doch selbst ran, da der Gang zum Tierarzt immer Stress für die Fellnase bedeutet. Zudem kann man darauf achten, dass der Hund genug Gelegenheiten hat, die Krallen selbst abzuwetzen. Beim Gassigehen daher ruhig auch asphaltierte Wege oder andere harte Untergründe wählen. Das ist für Hunde immer noch die natürlichste Art, ihre Krallen zu kürzen.

Anzeichen für spröde, rissige Krallen bemerken

Stellt man bei der Pediküre fest, dass die Hundekrallen spröde oder brüchig sind, kann das ein Anzeichen für das Fehlen bestimmter Spurenelemente sein. Denn die Beschaffenheit der Krallen ist auch immer ein Anzeichen für die Gesundheit des Hundes. So kann man mithilfe der richtigen Ernährung starke und robuste Krallen unterstützen. Eine gute Möglichkeit, um die Krallengesundheit zu fördern, ist Quarz-Gel.  Das stärkt die Krallenstruktur von innen und verbessert den Nährstofftransport zu den Zellen. Spezielle Produkte sind zusätzlich mit Zink, Mangan, Selen und Biotin angereichert, was außerdem für ein gesundes und glänzendes Fell beim Hund sorgt.