Wie viel Schlaf ist bei Hunden normal?

Genauso wie wir, benötigen auch unsere Vierbeiner ausreichend Schlaf. Während wir Menschen schon mit sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht auskommen, ist der Bedarf an Schlaf und Ruhe bei Hunden deutlich höher.

Dein Hund schläft viel? Biologisch und historisch betrachtet gehören Hunde zur Gruppe der Landraubtiere. Befasst man sich mit dem Alltag eines freilebenden Hundes, wird schnell klar, weshalb Hunde ein äußerst hohes Ruhebedürfnis haben.

Wie viel schläft ein Hund?

Wie viel Schlaf ein Hund benötigt, hängt stark von der Hunderasse, der Größe und dem Alter ab. Viele kleinere Hunderassen sind sehr aktiv, viele größere und schwerere Hunde sind eher energiesparend unterwegs – pauschal lässt sich das allerdings nicht sagen. Erwachsene Hunde brauchen circa 17 bis 20 Stunden Schlaf und Ruhe am Tag. Besonders junge sowie besonders alte oder kranke Hunde brauchen sogar 20 bis 22 Stunden. Hierbei inbegriffen ist natürlich nicht ausschließlich der Tiefschlaf, sondern auch Ruhephasen wie Dösen und einfaches Ausruhen. Der Tiefschlaf macht auch bei Hunden circa sechs bis acht Stunden der Zeit aus.

Die zwei unterschiedlichen Schlafphasen bei Hunden

Die Tiefschlafphase nennt sich auch REM-Phase (= Rapide Eye Movement) und ist besonders gut an den Zuckungen oder Geräuschen zu erkennen, die Hunde während dieser Schlaf-Phase von sich geben. Das liegt daran, dass sich auch Hunde in der REM-Phase in einem Traumzustand befinden und im Schlaf verarbeiten, was sie am Tag erlebt haben. Entsprechend ist der Schlaf in dieser Phase der erholsamste. Also keine Panik, wenn Ihr Hund im Schlaf zu zucken beginnt oder seltsame Geräusche von sich gibt. Falls Sie vermuten, dass Ihr Hund gerade einen Albtraum hat, können Sie Ihre Hand ein paar Zentimeter vor seine Nase halten, sodass er Ihren Geruch wahrnehmen kann und dadurch entweder behutsam aufgeweckt wird oder es dem Traum einen anderen Impuls gibt. In jedem Fall sollten Sie ihn während des REM-Schlafs nicht durch Berührungen wecken.

Die Ruhephase nennt sich SWS-Phase (= Slow Wave Sleep) und bezeichnet die Ruhepausen, die über die REM-Phase hinaus wichtig sind, damit sich der Hund erholen kann. In dieser Zeit macht der Vierbeiner zum Beispiel ein Nickerchen oder döst lediglich vor sich hin. Hierbei sind die psychischen Funktionen zwar etwas gehemmt, der Körper ist aber dennoch komplett aktiv. Gut zu erkennen ist solch eine Schlaf-Phase aufgrund der hohen Weckschwelle. Es sieht vielleicht so aus, als ob dein Hund schlafen würde, dabei bekommt er mit Ohren und Nase allerdings sehr gut mit, was in seinem Umfeld geschieht. Auf Geräusche, oder den Ruf seines Namens, reagiert ein Hund in dieser Phase sofort. 

Dein Hund schläft viel? Dieses Schlafpensum ist für Hunde normal

Warum schläft mein Hund mehr als sonst? Das können die Gründe sein

Dein Hund schläft viel mehr als sonst? Das ist zunächst kein Grund zur Sorge. Habt ihr beispielsweise einen besonders langen oder aufregenden Spaziergang gemacht oder hat er heute ungewöhnlich lange mit anderen Hunden gespielt?

Neben einfacher Erschöpfung durch besondere, körperliche Anstrengung, gibt es noch weitere unbedenkliche Ursachen für eine ungewohnte Schlappheit:

  • Stress: Vielleicht war Ihr Hund einem ungewöhnlichen Stress ausgesetzt? Manche Hunde empfinden Stress, wenn ungewohnt viele Menschen oder andere Hunde anwesend sind, zum Beispiel in der Fußgängerzone oder bei Events. Für einige Hunde ist auch das Alleine bleiben eine emotionale Anstrengung, die Stress auslösen kann.
  • Mangelerscheinungen: Ebenso wie bei uns Menschen ist eine ausgewogene Ernährung bei Hunden extrem wichtig. Entsprechend sollten Sie bei der Hundeernährung auf alle essentiellen Nährstoffe achten, damit der Hund fit und vital bleibt.
  • Alter: Wie auch ältere Menschen, brauchen Hunde mit zunehmendem Alter mehr Ruhe. Viele Hunde werden entsprechend ruhiger und benötigen mehr Ruhephasen. Bei älteren Hunden sollten Sie entsprechend auch kürzere Gassirunden bedenken, um Ihren Hund nicht zu überfordern.
  • Hitze: Besonders im Sommer kann sowohl uns als auch unseren Vierbeinern die Hitze besonders zu schaffen machen. Extreme Hitze strengt auch Hunde an. Daher sollte man die Gassirunden bei hohen Temperaturen am besten auf den frühen Morgen sowie den späten Abend schieben und sportliche Aktivitäten eher vermeiden.

Wir merken also: Es ist selten sofort ein Alarmsignal, wenn ein Hund ab und an viel schläft. Wichtig ist, dass du die Bedürfnisse deines Hundes kennst und entsprechend handelst.

Aber: Wenn ein Hund über einen längeren Zeitraum auffällig viel und auffällig oft müde und träge ist, kann im Zweifel auch eine Krankheit die Ursache für diese anhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit sein.

Diese Krankheiten können hinter anhaltender Müdigkeit stecken

Krankheiten können die Ursache sein, wenn der Hund viel schläft.
  • Leidet Ihr Hund unter Arthrose oder Hüftgelenksdysplasie, kommt es zu Schmerzen bei der Bewegung. Entsprechend ruht Ihr Hund mehr und will sich möglichst wenig bewegen, um Schmerzen zu vermeiden.
  • Sind die Symptome neben Müdigkeit auch Niesen und Husten, kann es sich um eine Erkältung handeln. Halten Sie Ihren Hund warm und gönnen Sie ihm viel Ruhe. Kommt Fieber hinzu, sollten Sie unbedingt zum Tierarzt.
  • Extreme Müdigkeit kann unter Umständen auch auf eine Entzündung der Organe hindeuten, zum Beispiel Leptospirose oder eine Leberentzündung. Gegen Erreger der Leptospirose gibt es eine Impfung.
  • Wenn zur Müdigkeit auch starker Durst hinzukommt, kann dies vor allem bei unkastrierten Hündinnen auf eine eitrige Gebärmutterentzündung hinweisen. An dieser Stelle sollten Sie unbedingt einen Tierarzt konsultieren.
  • Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sind Müdigkeit und Gewichtszunahme die auffälligsten Symptome. Einige Hunde frieren auch schneller.
  • Mattigkeit in Verbindung mit Atemnot ist ein Anzeichen für eine Insuffizienz der Herzklappe, was auf eine Herzerkrankung im fortgeschrittenen Stadium hindeuten kann.
  • Aber auch der Mangel an roten Blutkörperchen, die sogenannte Anämie, kann einen Hund schlapp und müde machen. Innerliche Tumore, Blutungen oder Infektionen können die Auslöser sein.

Die Liste möglicher Krankheiten ist lang, bei denen anhaltende Müdigkeit ein Symptom ist. Beobachte das Verhalten deines Vierbeiners genau. Wenn du Verhaltensänderungen bei deinem Hund bemerkst oder sich unsicher bist, frage deinen Tierarzt um Rat. Untersuchungen bringen dann Klarheit.

Bekommt mein Hund genügend Schlaf? Folgen von Schlafmangel

Auch wenn Hunde zu wenig schlafen, wirkt sich das auf ihre Gesundheit aus. Viele Hunderassen sind heutzutage als Haushunde so gezüchtet, dass sie ständig einsatzbereit sind und am liebsten an jeder Aktivität des „Rudels“ beteiligt sein wollen. Dies sollte man sich als Hundebesitzer immer wieder bewusst machen, um dem Hund ausreichend viele Ruhepausen zu gönnen. Ähnlich wie bei Kleinkindern führt Schlafmangel bei Hunden zunächst dazu, dass sie überdreht sind, dann unkonzentriert und tollpatschig werden und schließlich nervös und extrem reizbar sind. Massiver Schlafmangel bei Hunden kann außerdem ein aggressives Verhalten auslösen und schließlich sogar zu einer ernsthaften Erkrankung führen. Bekommt ein Hund also dauerhaft zu wenig Ruhe und Schlaf, wird er auch anfälliger für Krankheiten.

Die ständige Angst etwas zu verpassen ist ein Problem, welches vielen Hunden kostbare Ruhepausen stiehlt. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Gründe, warum er vielleicht nicht ausreichend Schlaf bekommt – beispielsweise der falsche Schlafplatz.

Der perfekte Schlafplatz für Hunde

Wie bei so vielem, gibt es auch für den richtigen Schlafplatz keine allgemeingültige Regel. Denn hier sind sowohl die Vorlieben des Hundes als auch deine eigenen Vorstellungen zu beachten. Allerdings lässt sich ganz allgemein sagen, dass der Schlafplatz in jedem Fall ausreichend Ruhe bieten muss. Wichtig ist außerdem, dass sich der Hund durch seinen Schlafplatz nicht ausgeschlossen und entsprechend unwohl fühlt.

Hunde möchten gerne alles überblicken können, zur gleichen Zeit aber auch schützend mit dem Rücken zur Wand liegen. Angemessen wäre zum Beispiel ein Schlafplatz etwas abseits im Wohnzimmer. In jeden Fall sollte es eine ruhige Ecke sein, wo sich auch kein Spielzeug oder andere Anreize in unmittelbarer Nähe befinden.

Außerdem sollte der Schlafplatz nicht direkt neben einer Heizung und vor Sonne und Zugluft geschützt sein. Auch die Größe von Körbchen, Decke oder Box sollte natürlich auf die Größe der Fellnase angepasst sein, sodass er sich uneingeschränkt strecken kann.

Um es dem Vierbeiner und nicht zuletzt auch dir leichter zu machen, gewisse Ruhepausen einzuhalten, bietet es sich an, feste Schlafzeiten einzuhalten und eventuell ein Ritual vor dem Schlafengehen einzuführen. Denn: auch Hunde sind Gewohnheitstiere.

Fazit

Jeder Hund ist anders und hat entsprechend ein individuelles Schlafverhalten. Je nach Alter, Größe und Temperament des Hundes kann es durchaus sein, dass dein Hund 20-22 Stunden Ruhe benötig. Nur weil die Fellnase an einem Tag besonders schlapp ist und mehr schläft als sonst, ist das noch kein Grund zur Sorge. Die Redewendung „hundemüde sein“ kommt nicht von ungefähr. Mache dir also nicht sofort Sorgen, wenn dein Hund mal viel schläft. Sollte die Müdigkeit allerdings auffällig lange anhalten, dein Vierbeiner auffällig oft schlapp und träge sein oder zusätzliche Krankheitssymptome auftreten, solltest du das tierärztlich abklären lassen.