Ursachen und Behandlung

Dein Hund hat Durchfall? In der in der Regel ist akuter Durchfall bei Hunden schnell behandelbar und vorübergehend. Verschiedene Mittel gegen Verdauungsprobleme, wie z. B. Schonkost, verhelfen schnell zu einer gesunden Verdauung. In seltenen Fällen verbirgt sich hinter den ersten Anzeichen aber eine ernstzunehmende Erkrankung.

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Akuter Durchfall durch Vergiftung oder falsches Futter

Am häufigsten verursachen Schokolade, Frostschutzmittel, Rattengift oder Schneckenkorn Vergiftungen bei Hunden. Die Symptome äußern sich im Magen-Darm-Trakt durch vermehrten Speichel, außerdem Durchfall und Übelkeit bis hin zu neurologischen Symptomen wie Krämpfen, Nervosität oder Taumeln, die eine intravenöse Therapie erfordern. Schnelles Handeln ist hierbei gefragt. Der Tierarzt kann die Situation schneller einschätzen, wenn der Tierhalter z. B. eine Verpackungsbeilage der in Frage kommenden Substanz hat oder die aufgenommene Menge dieser schätzen kann. Wird eine Vergiftung schnell erkannt, ist erste Hilfe durch den Einsatz einer Magenspülung oder eine Injektion eines speziellen Medikamentes hilfreich, das den Hund erbrechen lässt. Auch Nahrungsmittel wie rohe Kartoffeln, Avocados, Zwiebeln, Milch und Sahne können akuten Durchfall und mitunter auch typische Vergiftungserscheinungen auslösen, da diese Mittel ebenso gesundheitsschädigend für Hunde sind.

Zu schneller Futterwechsel

Auf ungewohntes Futter reagieren manche Hunde mit Durchfall oder einem nervösen Magen. Bevor man seinen geliebten Vierbeiner an ein anderes Futter heranführen will, gilt es einige Punkte zu beachten, um Durchfall zu vermeiden. Verschiedene Hundefutter unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung in unterschiedlichen Anteilen an Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Diese werden im Verdauungstrakt mithilfe von Enzymen der Bauchspeicheldrüse und Bakterien im Dickdarm aufgespalten, die in der Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Verläuft der Futterwechsel zu schnell, kann es zu Verdauungsproblemen und Durchfall kommen. Der Verdauungstrakt braucht einige Tage, um die Enzymzusammensetzung und Bakterien an das neue Futter anzupassen. Die Folge ist, dass das neue Futter teilweise nicht richtig verdaut wird, sodass es zu Durchfall, Blähungen und Schmerzen kommen kann. Hundebesitzer nehmen hierbei fälschlicherweise oft an, dass ihr Hund das neue Futter nicht verträgt – ein Trugschluss. Schonkost führt in diesem Fall wieder zu einer gesunden Verdauung zurück, bekämpft aber nicht das eigentliche Problem der zu schnellen Futterumstellung. Wichtig sind hierbei also kleine Schritte, indem man anfangs eine Teilmenge des neuen Futters unter das alte mischt und die Zugabe Tag für Tag erhöht. Sieben bis zehn Tage später kann dann ausschließlich das neue Futter genutzt werden.

Andere Ursachen: Durchfall durch Erkrankungen

Durchfall beim Hund kann ein Symtom von verschiedenen Erkrankungen beim Hund sein. Zu den häufigsten gehören:

Parvovirose

Eine mögliche Ursache von Durchfall beim Hund ist die Krankheit Parvovirose, umgangssprachlich auch Hunde- oder Katzenseuche genannt. Es handelt sich um eine hochansteckende Virusinfektion bei Hunden und Katzen, die ohne Behandlung oft tödlich endet. Ausgeschieden wird das Virus von infizierten Tieren mit dem Kot, wodurch die Ansteckung in erster Linie fäkal-oral erfolgt, d. h. dass die im Kot ausgeschiedenen Erreger von anderen Tieren gefressen werden. Die Übertragung kann auch durch Futter, Spielzeuge oder auch Hundebetten stattfinden, die mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Welpen und nicht bzw. nicht ausreichend geimpfte Hunde können für eine Infektion empfänglich sein. Hunderassen wie der Englische Springer Spaniel, Deutsche Schäferhunde oder Rottweiler scheinen häufiger von der Infektionskrankheit betroffen zu sein.

Symptome und Behandlung von Parvovirose:

Erste Symptome der Parvovirose äußern sich durch bluthaltigen Durchfall, Erbrechen oder Fieber. Durch den begleitenden Flüssigkeits- und Elektrolytverlust kann es schnell zu einer Dehydration kommen, die meist durch innere Infektionen, Blutarmut und Mangel an weißen Blutkörperchen unterstützt wird. Dadurch wird das Immunsystem sehr geschwächt. Diagnostiziert wird die Infektion durch auftretende Symptome wie Durchfall oder Erbrechen, eine Blutuntersuchung und einen Virusnachweis im Kot. Antivirale Therapiemöglichkeiten gibt es bisher nicht, sodass bei der Behandlung lediglich darauf geachtet wird, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust zu beheben. Antibiotika verhindern die Ausbreitung von Bakterien, Antiemetika das Erbrechen, Infusionslösungen werden zur Verhinderung von Flüssigkeitsansammlungen im Körper eingesetzt. Bei der Entwurmung verhelfen anschließend Medikamente. Es kann zudem naturheilkundlich das Immunsystem gestärkt werden.

Staupe

Staupe ist ebenfalls eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch Wildtiere an unsere Haustiere übertragen werden kann. Dies ist auf den Verlust der Lebensräume von Wildtieren zurückzuführen, wodurch diese sich dem Lebensraum der Menschen nähern und vermehrt auch Hunde anstecken können. Welpen, kranke und alte Hunde, Jagd- und freilaufende Hunde sowie nicht geimpfte Hunde sind besonders anfällig für das Virus. Dieses verbreitet sich im gesamten Körper der Hunde, bis es nach ca. drei bis sieben Tagen zu den ersten Symptomen kommt.

Leidet ein Hund unter Durchfall, kann Staupe einen Ursache sein. Besonders die intestinale Form der Staupe, d. h. die Ausprägung, die den Darm betrifft, sollte in Zusammenhang mit Erbrechen sowie Durchfall berücksichtigt werden. Bei dieser Art von Befall scheidet der Hund das Virus über alle Körpersekrete aus. Eine gründliche Untersuchung des Hundes seitens des Tierarztes ist erforderlich, um die Diagnose „Staupe Virus“ zu stellen. Die Bekämpfung der Symptome sowie der Schutz vor weiteren bakteriellen Infektionen sind das Ziel der Behandlung.

Gastritis

Eine akute Magenschleimhautentzündung wird durch Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Sodbrennen begleitet. Haustierbesitzer können diese durch verschiedene Faktoren, wie morgendliche Übelkeit, Erbrechen auf nüchternen Magen oder Appetitlosigkeit erkennen. Dabei wird zwischen der leichten, stärkeren und starken Gastritis unterschieden, die sich je unterschiedlich äußern. Die leichte Form zeigt einen wässrigen, schaumigen Auswurf, die stärkere einen gelb-grünen, die starke Gastritis einen leicht rosa bis blutigen Auswurf. Gründe für die Gastritis reichen von Lebensmittelunverträglichkeiten bis hin zu bakteriellen Infektionen, was durch spezielle Diäten sowie Blut- und Speicheltests herausgefunden werden kann. „Eine Umstellung auf eine artgerechte und gesunde Ernährung ohne künstliche Zusätze hilft oftmals, damit die Hunde wieder mit Appetit fressen und danach keine Probleme mit der Verdauung haben“, so Nicole Wurster, Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin für Hunde.

Nicole Wurster ist Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin für Hunde.

In Ihrem komPETenz Tierzentrum in der Nähe von Karlsruhe berät Sie seit 2011 Hundebesitzer rund um die Gesundheit und die artgerechte Ernährung Ihrer vierbeinigen Begleiter. Nicole Wurster ist im Ältesten Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands als 1. Vorsitzende des Landesverbands Baden-Württemberg / Hessen und als Beisitzerin des Dachverbandes aktiv. In Seminaren und Workshops gibt Sie Ihr Wissen und Ihre langjährige Erfahrung an interessierte Hundebesitzer sowie (angehende) TierheilpraktikerInnen und ErnährungsberaterInnen für Hund und Katze weiter.